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IT-Budgets 2022: generell aufwärts

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Die IT-Budgets streben 2022 nach oben, zumindest laut Planungen der Unternehmen gegen Ende 2021. Kein Wunder, dass das Selbstbewusstsein vieler IT-Manager sehr hoch ist.

 

Mit 6,8 Prozent vom Umsatz fällt das IT-Budget im laufenden Jahr recht hoch aus, so die Metrics-Studie „IT-Agenda 2022“. In den beiden vergangenen Jahren hatte es sich auf gut 4,3 Prozent belaufen. Der positive Trend liegt vor allem daran, dass die IT-Budgets 2022 im Mittel um 8,9 Prozent zugelegt haben. Einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung der Quote dürften aber auch Umsatzrückgänge haben. Jedoch ist der Anteil der Unternehmen, die mit sinkenden IT-Budgets für 2022 kalkuliert haben, gegenüber dem Vorjahr von 17 auf 10 Prozent deutlich geschrumpft.

Ob die Planungen angesichts der geopolitischen Verwerfungen Bestand haben, müssen indes die kommenden Monate zeigen. Zudem muss die Kennzahl „Prozent vom Umsatz“ immer mit Blick auf die Branche bewertet werden, denn zwischen Banken und Bauunternehmen liegen Welten. Den größten Umsatzanteil haben IT-Budgets in den Bereichen IT/Telekommunikation, in der öffentlichen Verwaltung einschließlich der Verteidigung sowie im Beratungs- und Service-Sektor. Am unteren Ende der Skala rangieren der Automobilbau und Automobilzulieferer, das Baugewerbe sowie der Bereich Konsumgüter einschließlich Lebens- und Genussmittel.

IT-Prioritäten 2022

Konstanz gibt es bei den strategischen Prioritäten 2022: Sicherheit, Digitalisierung und IT-Fachkräfte – an der Spitze stehen drei komplexe Aufgaben, die das IT-System aktiv und stabil halten sollen. Während Security und Digitalisierung seit Jahren im Vorderfeld rangieren, zählt die Suche nach IT-Experten zu den Aufsteigern. Sie ist der Schlüssel, um die anderen Ziele erreichen zu können. Aber auch die Automatisierung hat sich als Neueinsteiger in der Spitzengruppe positionieren können. Kein Wunder, denn sie verspricht ebenfalls positive Effekte für Digitalisierung, Kosten, Agilität und Skills.

Infrastruktur auslagern, Applikationen reinholen

In der Fertigungstiefe der IT setzen sich die langjährigen Trends fort. Viele Unternehmen betrachten die Entwicklung und das Management von Applikationen (wieder) als Kernkompetenz – im Gegensatz zur IT-Infrastruktur, die langsam, aber sicher zu Dienstleistern beziehungsweise in die Cloud ausgelagert wird. Auch wenn es über die vergangenen Jahre nicht so aussieht, als würde die IT-Infrastruktur jemals komplett ausgelagert werden. Zur Zeit werden rund 55 Prozent der Leistungen in dem Bereich intern erbracht.

IT-Manager mit breiter Brust

Die höheren Anforderungen als Folge der Corona-Pandemie haben die Stellung der Unternehmens-IT gestärkt und ihre Bedeutung für Organisationen ins Rampenlicht gestellt. Darunter hat das Selbstbewusstsein der IT-Verantwortlichen nicht gelitten, im Gegenteil. Immerhin 92 Prozent der befragten Manager beurteilen den Beitrag der IT zum Unternehmenserfolg inzwischen als hoch oder sehr hoch. Der Median beläuft sich auf fünf von sechs möglichen Punkten. Somit bezeichnen die Hälfte aller Studienteilnehmer den Wertbeitrag der IT als "sehr hoch". Das war nicht immer so: In der "IT-Agenda 2017" hatten noch 22 Prozent der Teilnehmer die eigene IT als "Kostenfaktor" bezeichnet.

Die steigende Bedeutung der IT für den Unternehmenserfolg liegt sicherlich auch daran, dass die IT aus den Büros in die Produktion und in die Produkte eingezogen ist. Beispiel Automotive: In-Car-Entertainment, Updates Over-the-Air und autonomes Fahren sind ohne IT undenkbar, derartige Services bilden heute wichtige Kriterien für die Vermarktung und Kaufentscheidung.

 

Sie können die IT-Agenda 2022, die in Kooperation mit dem IT-Anwenderverband Voice entstanden ist, kostenlos bei uns anfordern:

Karsten Tampier

Karsten Tampier

Seit über 25 Jahren im Benchmarking, weiß Karsten Tampier, wie ein fairer Vergleich aussieht. Mit seinem Team ist er bei Metrics für Data Analytics und damit für den Data Lake und die methodische Datenkonsistenz in Kundenprojekten verantwortlich.

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